Teamgeber.

Ratgeber · 12. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Eingestellt ist nicht gewonnen: Die ersten 100 Tage entscheiden

Ein Team begrüßt den neuen Kollegen in der Werkstatt mit der Arbeitsjacke

Fast jede dritte Neueinstellung im gewerblichen Bereich endet in der Probezeit. Das ist teuer und meistens vermeidbar. Was gute Betriebe in den ersten Wochen anders machen.

Die teuerste Bewerbung ist die, die nach acht Wochen wieder kündigt. Der Betrieb hat dann zweimal gezahlt: einmal für die Suche, einmal mit der Einarbeitungszeit, und steht wieder am Anfang. Weil wir unsere Kandidaten sechs Monate nachbegleiten, sehen wir sehr genau, woran Probezeit-Abbrüche wirklich scheitern. Es ist fast nie das Geld.

Der erste Tag ist ein Signal

Der häufigste Abbruchgrund in unseren Nachgesprächen klingt banal: „Ich stand am ersten Tag rum, keiner wusste, dass ich komme.“ Ein vorbereiteter Arbeitsplatz, die passende Arbeitskleidung im Spind und ein Kollege, der den Neuen die erste Woche mitnimmt, sind keine Nettigkeiten. Sie sind die Antwort auf die Frage, die sich jeder Neue am ersten Abend stellt: War der Wechsel richtig?

Die Zusage-Lücke: zwischen Vertrag und erstem Tag

Zwischen Unterschrift und Arbeitsbeginn liegen oft vier bis zwölf Wochen Kündigungsfrist beim alten Arbeitgeber, und dort wird der Wechsler in dieser Zeit häufig umworben, mit Gegenangebot und schlechtem Gewissen. Betriebe, die in dieser Phase Kontakt halten, ein kurzer Anruf, die Einladung zum Sommerfest, die Arbeitsjacke schon mal vorbeibringen, verlieren messbar weniger Kandidaten vor dem ersten Tag.

Klare Erwartungen, frühes Feedback

Die zweite große Abbruchursache ist Enttäuschung über nicht ausgesprochene Erwartungen, in beide Richtungen. Ein Gespräch nach zwei Wochen und eines nach zwei Monaten, jeweils zwanzig Minuten mit zwei Fragen: Was hat dich überrascht, was fehlt dir? Das kostet nichts und fängt fast alles ab, was sonst still eskaliert.

Wer einstellt, hat die Arbeit nicht hinter sich, sondern vor sich. Aber sie ist planbar, und sie ist deutlich billiger als jede neue Suche. Deshalb gehört die Begleitung der ersten Monate bei uns fest zur Kampagne: Eine besetzte Stelle ist erst dann besetzt, wenn der Neue nach der Probezeit bleibt.

Lieber machen lassen?

Alles aus diesem Artikel setzen wir täglich für Betriebe um. Im Potenzial-Gespräch hören Sie in 30 Minuten, wie das für Ihre Stelle aussähe.

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