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Ratgeber · 5. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Azubis gewinnen: Warum der Nachwuchs auf TikTok ist und was das für Sie heißt

Auszubildender übt eine Holzverbindung an der Werkbank, der Meister schaut zu

Der Berufsschuljahrgang, den Sie 2027 einstellen wollen, entscheidet jetzt. Wie Betriebe junge Leute erreichen, ohne sich zu verbiegen, und welche Rolle die Eltern spielen.

In unseren Kampagnen für Ausbildungsplätze sehen wir seit zwei Jahren eine klare Verschiebung: Die Bewerbungen kommen fast ausschließlich über das Smartphone, und die stärksten Kanäle sind die, auf denen 16- bis 19-Jährige ohnehin ihre Zeit verbringen. Wer Azubis sucht und nur die eigene Website und die Handelskammer-Börse bespielt, wirbt am Jahrgang vorbei.

Was junge Leute sehen wollen

Keine Imagefilme. Die Formate, die funktionieren, sind kurz, ungeschliffen und konkret: der Azubi im zweiten Lehrjahr, der seinen Arbeitstag zeigt, der Geselle, der erklärt, was er verdient und was er damit macht, die Werkstatt am Morgen. Authentizität schlägt Produktion, jedes Mal. Ein Video, das mit dem Handy gedreht wurde, aber echt ist, schlägt den Werbefilm der Agentur.

Wichtig ist die Tonlage: nicht anbiedern, nicht die Sprache der Jugend imitieren. Junge Leute haben ein feines Gespür dafür, wenn ein Betrieb sich verstellt. Zeigen, nicht behaupten.

Die unterschätzte Zielgruppe: die Eltern

In unserer Kieler Dachdecker-Kampagne kam die stärkste Azubi-Bewerbung, nachdem der Vater das Kampagnen-Video gesehen hatte. Das ist kein Einzelfall: Bei der Berufswahl reden Eltern massiv mit, und viele haben ein veraltetes Bild vom Handwerk. Wer in seiner Kampagne auch die Elterngeneration erreicht, mit Zahlen zu Übernahme, Meister-Perspektive und Verdienst, gewinnt doppelt.

Drei Dinge, die Sie sofort umsetzen können

Erstens: Machen Sie Ihren besten Azubi zum Gesicht der Ausbildung, mit dessen echtem Alltag. Zweitens: Reduzieren Sie die Bewerbung auf Name, Handynummer und eine Frage. Kein Anschreiben, von niemandem unter zwanzig. Drittens: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden, am besten per Telefon oder Messenger. Die Aufmerksamkeitsspanne einer Azubi-Bewerbung ist kurz, wer eine Woche wartet, hat den Kandidaten an den nächsten Betrieb verloren.

Ausbildung ist das nachhaltigste Recruiting, das es gibt: Wer heute sichtbar wird, stellt die nächsten fünf Jahrgänge aus dem eigenen Ruf ein.

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